Die Orgel

Bereits im 15. Jh. ist eine Orgel in St. Peter und Paul erwähnt, die in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges zerstört wurde.
Einer Barockorgel aus dem Jahr 1621 folgte 1784 ein Instrument aus der Werkstatt Abraham Itters aus Düsseldorf. Die romantische Fabricius-Orgel aus dem Jahr 1899 wurde beim Bombenangriff im März 1945 zerstört. Am 4. September 1953 wurde die heutige Orgel aus der Werkstatt Romanus Seifert & Sohn durch den Kölner Domorganisten Prof. Josef Zimmermann eingeweiht.

Sie hatte 1953 folgende Disposition: (Download als PDF-Datei)

1998 wurde die Orgel im Rahmen einer umfassenden Kirchenrenovierung durch die Firma Siegfried Sauer / Höxter restauriert und klanglich modifiziert: Anstelle der Quintadena 16' wurde im Untergehäuse ein neuer Bordun 16' gebaut. Anstelle des Krummhorn 8' erhielt das Rückpositiv eine Kopie der Clarinette 8' (aufschlagend) von 1882 der Mauritz-Orgel von Friedrich Fleiter/Münster. Das Schwellwerk erhielt auf dem zusammengefassten Stock von Dulcian 16' und Kopftrompete 4' eine Trompette harmonique 8'. Aus dem Terzian des RP wurde die Terz isoliert und die Quinte 1 1/3' (SW) ersetzte die Oktavzimbel. Im Schwellwerk wurde eine Vox coelestis gebaut (die 1953 der damalige Organist gewünscht hatte!) und anstelle des Gedackt 4' eine Traversflöte 4'.
Die Rohrflöte 4' wurde zur Großterz 3 1/5' umgestellt. Zur Besseren Gravität erhielt das Pedal eine Quinte 10 2/3' auf dem Stock des Hintersatzes. Die Spieltischtechnik blieb bis auf den Bau einer Subkoppelanlage III-III, III-II,III-I unberührt. Auf gleichen Winddrücken wie 1953 wurde die Orgel von Bernhard Watermeyer von der Firma Sauer / Höxter neu intoniert.

Im Jahr 2006 wurde nun der Spieltisch von der Erbauerfirma Romanus Seifert & Sohn, Kevelaer umfassend restauriert und mit einem elektronischen Bus-System und MIDI-Schnittstelle ausgestattet. An der Süd-Seite erhielt die Orgel in einem Schwellwerk-Turm die frei ankoppelbaren SOLO-Register Tuba magna 16-8' und einen großen (ab e° 2-fach besetzten) Streicher Stentorphon 16-8' sowie im Hauptwerk aufgebänkt das zum SOLO gehörende Cornet 5-fach. Unter dem Gewölbe über den Pedalstimmen wurde eine innen liegende Tuba pontificale 8-4' als Chamade hinzugebaut.
Die Windanlage wurde durch zwei zusätzliche Motoren ergänzt. Leitend war der Grundsatz, die Ratinger Orgel als Zeitzeugin der orgelbewegten Nachkriegsinstrumente zu erhalten und klanglich in der Ästhetik der Orgelbautradition des Hauses Seifert in Kevelaer zu optimieren. Ihr romantischer Fundus und die warme Intonation sind durch Streicher und Zungenstimmen der tiefen Lage ergänzt, ohne dass Farbreichtum und Dispositionsweise der neo-barocken Ausrichtung eliminiert wurden. Für Bauformen und Mensuren gaben die Instrumente der Marienbasilika in Kevelaer (1907) und St. Matthias, Berlin (1958) eine Orientierung.

Aktuelle Disposition: (Download als PDF-Datei)

Gebet

zur Weihe der neuen Register am Christkönigssonntag 2006


Orgel, geweihtes Instrument,
preise die Herrlichkeit des dreifaltigen Gottes,
stimme ein in den Lobgesang Mariens
und in den Chor der Apostel !

Stimme des Stentorphon,
preise die Größe und Schönheit Gottes,
der Himmel und Erde erschaffen hat
und den Menschen als sein Abbild!
Gott, Alpha und Omega,
du unser Ursprung und Ziel !

Stimme des Cornet,
verkünde die Botschaft unseres Herrn
Jesus Christus,
der als menschgewordene Liebe des Vaters
die Welt erlöst hat!
Jesus Christus,
du unser Licht und Heil !

Stimme der Tuba magna,
erbitte den Heiligen Geist in Zungen von Feuer,
dass wir glauben, was wir hören
und leben, was wir glauben.
Heiliger Geist,
du unser Trost und unsere Kraft!

Fanfaren der Tuba pontificale,
erschallt unter dem Gewölbe von St. Peter und Paul,
dem steingewordenen Zeugnis des Glaubens
von Generation zu Generation und
dem Zelt Gottes unter den Menschen von Ratingen!
Im Glanz eures Klanges verbinden wir uns im Lobpreis
mit der Kathedrale von Köln und unserem Erzbischof,
mit St. Peter in Rom und unserem Heiligen Vater
und mit allen Christen auf dem Erdenrund.
Als pilgerndes Volk Gottes ziehen wir
im Heiligen Geist dem kommenden Christus entgegen.
Amen. Halleluja.