Orgelschule

Forschen & lehren

Projekt 1: Orgelwelten und Orgelpark kooperieren.

Seit November 2008 haben die Orgelwelten einen neuen Kooperationspartner den Orgelpark Amsterdam. Er ist das neueste internationale Konzertpodium in Amsterdam mit Domizil in der prächtig restaurierten Parkkirche in der Amsterdamer Gerard Brandtstraat. Ziel des neuen Musikpodiums ist es, die Orgel auf neue Weise zu präsentieren und ihr so einen Platz im aktuellen Musikleben zu verschaffen. Dabei möchte der Orgelpark ein breites Publikum ansprechen, junge und ältere Hörer genauso wie Musikliebhaber und Berufsmusiker.
Neben einem Konzertprogramm mit erfrischenden Begegnungen der Orgel mit anderen Künsten leitet Dr. Hans Fidom die musikwissenschaftliche Forschungsarbeit des Orgelparks. Das im November 2009 vorgestellte umfangreiche «research programm» widmet sich von 2008-2011 der Improvisationskultur.
Innerhalb dieses Projektes leitet Ansgar Wallenhorst als Mentor eine internationales Team, das die Improvisationstradition in Paris musikwissenschaftlich und phänomenologisch erforscht. In dieser «research group» arbeiten Béatrice Piertot (Paris), Hampus Lindwall (Paris/Stockholm) und Giampaolo di Rosa (Rom/Porto) an einer Darstellung der Improvisationskunst in Paris und ihrer herausragenden Vertreter wie Charles Tournemire, Marcel Dupré und Pierre Cochereau bis zu Jean Guillou und Thierry Escaich. Jakob Lekkerkerker untersucht das körperliche Moment der Improvisation in Zusammenarbeit mit einer Tanzformation und Choreographen.

Beim Symposium & Festival vom 13. bis 16. Mai 2009 werden acht Arbeitsgruppen im Orgelpark ihre ersten Ergebnisse vorstellen, die in einer Publikation veröffentlicht werden. Rudolf Lutz (Basel), Peter Planyavsky (Wien) und Thierry Escaich (Paris) vertreten drei renommierte Ausblidungsstätten für Improvisation. Konzerte und Workshops ergänzen die wissenschaftliche Arbeit.
Ab 2010 wird die Didaktik der Improvisation Gegenstand der Untersuchungen sein.


Projekt 2:


Olivier Latry, Titularorganist von Notre-Dame und Professor am Conservatoire National Supérieure de Musique, Paris:

“Ce systeme est émineemment novateur, et pourrait à court terme révolutionner l'utilisation des orgues pourvues de tractions électriques, et accroître énormément leurs possibilités.”

"Im Anschluss an mein Konzert in der Kirche St. Peter und Paul in Ratingen hatte ich die Gelegenheit einer Vorführung des Prototypes des Systems SINUA beizuwohnen. Dieses System ist eine außerordentliche Innovation und könnte kurzfristig das Spielen auf Orgeln revolutionieren, die mit elektrischer Traktur ausgestattet sind und so deren Möglichkeiten enorm ausweiten. Ich kann es kaum abwarten, bis das Produkt fertiggestellt ist und ich es an einem neuen Spieltisch der Orgel dieser Kirche, der im kommenden Jahr fertig werden soll, ausprobieren kann."

Zukunftsmusik für das 21. Jahrhundert
Schnittstelle zwischen Orgelbau und Computer entwickelt.

“Das ist die langersehnte Zukunftsoffensive für die Orgelmusik des 21. Jahrhunderts!“, kann man ausrufen angesichts der innovativen Entwicklung des Duos Benedikt Aufterbeck und Thomas Stöckl, Studenten des Ton & Bild-Studienganges an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf, die bei den Orgelwelten in Ratingen an der Seifert-Orgel von St. Peter und Paul verwirklicht wurde und bald einer breiten Öffentlichkeit präsentiert wird. Dabei hat Benedikt Aufterbeck als gelernter Orgelbauer und angehender Toningenieur mit seinem Kommilitonen konsequent seine Ideen weiterentwickelt. Und - so viel darf jetzt schon verraten werden - eine völlig neue Schnittstelle zwischen Orgelbau und computertechnischer Innovation geschaffen. “Möglichkeiten, die als Quantensprung im Orgelbau gelten können”, wie der Buchautor und Orgelexperte Eckhard Isenberg in seiner Projekt-Expertise schreibt.

Als künstlerischer Leiter der Orgelwelten freut sich Ansgar Wallenhorst und ist stolz, dass die Testserien des neuen Systems an der Seifert-Orgel mit großem Erfolg stattgefunden haben. Die Orgelwelten Ratingen bieten den jungen Innovativ-Kräften offene Türen zur Entwicklung, um das neue System unter dem Dach der neugegründeten Start-Up-Unternehmens SINUA dann in Europa und den USA zu vertreiben.

Die Erfindung bietet für den in Orgeltechnik weltweit erfahrenen Organisten Ansgar Wallenhorst nicht nur programmiertechnische Novitäten einer ausgefeilten Setzertechnik, sondern auf der Basis des bestehenden Klangkörpers der in Ratingen elektronisch angesteuerten Kegelladen eine wirkliche „Zukunftsmusik für die Orgel des 21. Jahrhunderts“. Diese – da sind Wallenhorst und die gastierenden Organisten der letzten Saison sich einig – verspricht „die Interpretation des Kanons der Orgelmusik, die Kunst der Improvisation und die Komposition gleichermaßen zu inspirieren“. Der vor der Realisierung stehende neue Konzertspieltisch wird es dann auch hörbar und – ganz im Sinne des technisch-wissenschaftlichen Anspruches – überprüfbar werden lassen.

Orgelsachverständiger Eckhard Isenberg:

“Ich kenne keinen anderen Ort, an dem auch nur annäherungsweise so
intensiv an der Zukunft der Orgel gearbeitet wird wie in Ratingen.”

Weitere Informationen als PDF-Datei

Ratingen: Studenten bauen die Orgel der Zukunft

Artikel in der Westdeutschen Zeitung vom 6. April 2009:
Zwei Studenten forschen an der Seifert-Orgel in St. Peter und Paul. Mit beachtlichem Erfolg.
zum Artikel auf www.wz-newsline.de

Projekt 3: Sampling-Diplomarbeit an der Seifert-Orgel

Ein weiteres Forschungsprojekt verfolgt Jindrich Maßner, ebenfalls Student im Studiengang "Ton und Bild" an der Robert Schumann Hochschule und der Fachhochschule Düsseldorf. Im Rahmen seiner Diplomarbeit erforscht er die Möglichkeiten das Sampling von Instrumenten zu verfeinnern. Beim Sampling wird jeder einzelner Ton eines Instrumentes aufgenommen, dann im Computer bearbeitet und zu einem virtuellen Instrument zusammengestellt, dass dann mittels eines Keyboards oder anderen Controllers am Computer gespielt werden kann.

Für diesen Zweck hat Jindrich Maßner im April 2008 jede einzelne Pfeife der Seifert Orgel in St. Peter und Paul aufgenommen. Dabei hat er jeden Produktionsschritt von der Mikrofonierung bis zur Bearbeitung der Samples genau unter die Lupe genommen und wird in späteren Hörversuchen untersuchen, ob man die virtuelle Version der Seifert Orgel von Aufnahmen der realen Orgel unterscheiden kann. Dabei wird es auch die Frage zu klären geben, wie hoch der Aufwand sein muss (gerade auch im Hinblick auf Speicherkapazität und Leistung des Computers), um diesem Ziel nahe zu kommen. Geplant ist auch eine 5.1 Surroundversion der virtuellen Orgel, um dem Klangerlebnis der realen Orgel in St. Peter und Paul nochmals ein Stück näher zu kommen. Die Ergebnisse seiner Arbeit werden voraussichtlich Mitte des Jahres 2009 vorliegen.


lehren

Neben seiner Unterrichtstätigkeit im Rahmen von Gastdozenturen und Meisterkursen steht Ansgar Wallenhorst auch Studenten im Rahmen von Master-Studien im Fach Improvisation zur Verfügung.

Die Neuordnung der Studiengänge an den Hochschulen in Europa mit Bachelor und Master als Abschluß bietet zunehmend auch an deutschen Hochschulen die Möglichkeit, im Masterstudiengang externe Dozenten ergänzend zum Hauptfach-Unterricht zu wählen. Der Unterricht findet nach persönlicher Absprache in Ratingen statt und kann bei der Hochschule beantragt werden.

Die Möglichkeit zu vertiefenden Privat-Studien, die Ansgar Wallenhorst gemäß seines pädagogischen Credos einer Vernetzung von Interpretation, Improvisation und Analyse als studium generale anbietet, ist für alle Interessierte bei entsprechender Eignung offen.